Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der StuPa-Wahl 2012 liegen vor, die Gewinner und Verlierer stehen fest. Ein Gewinner der Wahl ist ohne Zweifel die INTAL, der es mit offener aber klarer weltanschaulicher Grundlage und konkreten hochschulpolitischen Forderungen gelang, zur federführenden Fraktion der konsequenten Linken an der Bergischen Universität zu werden und zwei Sitze im StuPa zu erreichen. Der große Sieger der Wahl ist jedoch die Juso-HSG, welche die Anzahl ihrer Sitze gegenüber dem Vorjahr verdoppelte und nun sechs Abgeordnete ins StuPa entsendet. RCDS und LHG, die Speerspitzen des bürgerlichen Lagers, mußten deutliche Verluste einstecken. Der RCDS nimmt nur noch fünf statt wie zuvor sieben Sitze ein, die LHG verschlechterte sich von drei auf zwei Sitze. Die Partytruppe „ODEON/Campusbash“, von der im Vorfeld die Mobilisierung großer, unpolitischer Wählermassen erwartet wurde, blieb hinter den Erwartungen zurück und kam ebenfalls auf zwei Sitze. Der Piraten-HSG gelang es nicht, vom Piratenboom bei den vergangenen Landtagswahlen zu profitieren und erreichte lediglich einen Sitz. Als Gründe werden u.a. mangelnde Wahlkampfpräsenz und ein zu wenig konkretes hochschulpolitisches Programm genannt.

Die diesjährige Wahl ist aus mehreren Gründen überraschender verlaufen als die des Vorjahres. Der von nicht Wenigen prognostizierte erdrutschartige Sieg der Gruppe „ODEON/Campusbash“ ist nicht eingetroffen, allein mit Parties und Freibier scheint man also doch keine Wahlen zu gewinnen. Mit Waffeln, mögen sie noch so gut schmecken, (danke für die Waffel, liebe LHG!) ebenfalls nicht. Überraschend ist besonders, dass die Verluste des RCDS nicht deutlicher ausfielen angesichts der in pseudorebellischer Manier auf dem gesamten Campus mit Sprühkreide angebrachten Graffiti. Es ist kaum anzunehmen, dass sich dezidiert konservative Wählerschichten davon mobilisieren ließen. Man würde den RCDS allerdings unterschätzen, glaubte man, er verließe sich in erster Linie auf konservative Stammwähler. Nicht erst unter der Ägide Nina Hartlmaiers, der politischen Erbin Sabrina Oesterwinds, wurde die Wahlkampfstrategie ausgegeben, möglichst unpolitische und, was die hochschulpolitischen Vorgänge betrifft, uninformierte Studierende auf dem Weg zur Mensa abzufangen und sie Jahr für Jahr mit leeren Versprechungen und Wahlgeschenken zu ködern. Dies nämlich ist die Hauptzielgruppe des RCDS, nicht der kleinbürgerliche, konservative Biedermann. Der große Sieg der Jusos war ebenfalls nicht unbedingt zu erwarten nach dem mauen Wahlkampf des vergangenen Jahres mit dem farblosen Spitzenkandidaten Mark Schroller. Als Architektin des Erfolges kann nicht zuletzt Canan Baskin gelten, die von 53 zur Wahl angetretenen Personen die mit Abstand meisten Stimmen erreichte, besonders im Fachbereich G, der aufgrund fachschaftlichen Engagements ihre unumstrittene Hausmacht sein dürfte.

Die entscheidende Frage die sich nun angesichts dieses Wahlausgangs stellt ist die, welche politischen Konstellationen sich daraus nun ergeben könnten. Erneut ein bürgerlicher AStA bestehend aus RCDS, LHG, BTS und ODEON/Campusbash oder ein von den Jusos geführter AStA? Bei letzterer Möglichkeit ist jedoch bislang nicht so klar, wie sie sich konkret gestalten wird.