Weißer oder schwarzer Rauch?

Nachdem im ersten Wahlgang kein Nachfolger für Marek Drulla im Amt des AStA-Vorsitzenden bestimmt werden konnte, tritt das Studierendenparlament am 13.3. erneut zur Wahl zusammen. Weder von der Außenwelt abgeschnitten, noch eingemauert, auch wenn sich Letzteres einige wünschen dürften, um die Beschlußfähigkeit des Gremiums sicherzustellen, treffen die Parlamentarier ihre Entscheidung. Als Favoriten gehandelt werden nach wie vor Ayse Yavuz (Jusos)und Sven Metz (LHG). Beobachter sind der Ansicht, dass darin ein Wunsch der Mehrheit nach Kontinuität zum Ausdruck kommt. Weder von Yavuz noch von Metz werden große Experimente oder tiefgreifende Neuerungen erwartet, lediglich in der Schwerpunktsetzung unterscheiden sich die beiden Favoriten. Während von Yavuz eine Stärkung des empathischen Elementes im Vorsitz erwartet wird, steht Metz im Ruf, ein nüchterner, gewissenhafter Verwalter ohne missionarischem Eifer zu sein. Gerade solche Eigenschaften scheinen viele der Wahlberechtigten hoch zu schätzen angesichts der nicht abreißenden Reihe von Querelen und Skandalen, durch die die Institution AStA seit langem geprägt zu sein scheint.

Neben diesen beiden Favoriten wurden auch andere Namen ins Gespräch gebracht, darunter Josua Schneider („Odeon/Campusbash“) und Dominic Kleinebenne (INTAL). Schneider machte bislang vor allem durch seine Beteiligung an der Organisation von AStA-Parties von sich reden, Kritiker lasten ihm jedoch an, dass sein Engagement in diesem Bereich alleine nicht für das Amt des Vorsitzenden qualifiziere. Eine Wahl Schneiders gilt daher als unwahrscheinlich. Kleinebenne gilt bei AStA-Experten als der politisch fortschrittlichste Parlamentarier, was ihn bei der Wahl jedoch nahezu chancenlos macht. Seine Ansichten zur Repolitisierung des AStA und sein Bekenntnis zum allgemeinpolitischen Mandat werden nur von einer Minderheit geteilt und für die bürokratischen Aufgaben, die das Amt mit sich bringt, gilt er als schlechte Wahl.

Wer unter den Parlamentariern wird sich also letztendlich durchsetzen und zum neuen Vorsitzenden werden? Diese Frage stellen sich nicht nur die Beteiligten sondern auch über 16000 Studierende, die das Ereignis zuhause vor den Bildschirmen, auf ihren Handys und vor Ort gebannt verfolgen.