Das Ende der Einheit

Am gestrigen Abend ereignete sich im AStA der Bergischen Universität ein Drama, welches seit langem abzusehen war, von den meisten Beteiligten dennoch nicht erwartet wurde. In Form eines wie üblich nicht allzu ernsthaft vorgetragenen Antrages, welcher die Neuwahl des AStA vorsah und mindestens zwei Dutzend Personen, darunter hauptsächlich aktuelle und ehemalige Mitglieder des AStA, als Kandidaten benannte, wurde der amtierende AStA gestürzt und zwei Kandidaten, die als Einzige über eine Mehrheit verfügten, namentlich Sven Metz (LHG) und Josua Schneider („Odeon/Campusbash“), als neue Vorsitzende gewählt. Man mag darüber spekulieren, ob der Antragsteller Kai Schumann (Die PARTEI) ein gewiefter Ränkeschmied im Gewande des Hofnarren ist und dies bereits von langer Hand plante oder ob er die Dynamik der Situation selbst erst spät erkannte, fest steht jedoch, dass nicht ein intaktes Koalitionsgefüge durch einen schändlichen Verrat elendig zugrunde ging sondern lediglich ein bereits morsches Gebäude endgültig in sich zusammenbrach. Schon vor Wochen oder gar Monaten traten Risse zwischen Personen und Koalitionspartnern offen zutage, dennoch hielten die Jusos unbeirrt am Traum vom „AStA der studentischen Einheit“ fest, dessen Entstehung ihre ureigenste Initiative war. Vermutlich glaubten sie sogar daran, die Konflikte bis zur nächsten StuPa-Wahl unter den Teppich kehren zu können und bis zu diesem Zeitpunkt nach außen hin „business as usual“ vorzuspielen.

Die INTAL bedauert, dass sich nun wieder ein AStA unter einer rein bürgerlichen Führung konstituiert, dennoch sah sie sich dem ehemaligen AStA und den Jusos aufgrund der Vorgänge, die im vergangenen Jahr zum Ausscheiden der INTAL aus dem AStA führten, zu keinerlei Unterstützung verpflichtet. Die Jusos haben es versäumt, sich klar zu einer politischen und linken Hochschulpolitik zu bekennen und den Schaden, den der RCDS-AStA der Legislaturperiode 2011/12 angerichtet hat, zu beheben. Mehr noch, bis auf wenige Ausnahmen haben die Jusos und ihre in den bürgerlichen Hochschulgruppen zuweilen als „konservative Jusos“ gelobten AStA-Vorsitzenden sogar jeden Vorstoß der INTAL in diese Richtung abgeschmettert, um ihre Einheit mit den bürgerlichen und unpolitischen Fraktionen nicht zu gefährden. Doch all dies hat nichts geholfen, es hat sich wieder ereignet, was sich für die Jusos bzw. die SPD schon oft ereignet hat. Sozialdemokraten sind, so lange es gegen die Linken geht, für die Bürgerlichen ein gern gesehener Partner, doch sobald diese Gefahr nicht mehr akut ist, können sie keine Loyalität und keine Dankbarkeit mehr erwarten. Sie haben ihre Schuldigkeit getan.


1 Antwort auf „Das Ende der Einheit“


  1. 1 Kai Schumann 14. März 2013 um 19:33 Uhr

    Ich glaube eher das die Jusos für den Verrat an Intal abgestraft wurden. Wer will schon mit einem so unzuverlässigen Partner arbeiten?

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